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BSK-Award 2026: Erster Platz in der Kategorie 

„Kranarbeit des Jahres bis 120 Tonnen“

Sechs Hubtische, eine fertiggestellte Werkhalle und kaum Platz zum Manövrieren: Mit diesem Einsatz haben wir am 10. Oktober in Köln den BSK-Award 2026 in der Kategorie „Kranarbeit des Jahres bis 120 Tonnen“ gewonnen. Unter dem Titel „Ein Kran in Einzelteilen“ hatten wir das Projekt eingereicht. Gewürdigt wurden die Kreativität unseres Lösungsansatzes, die Ausführung sowie die Sicherheit für Mensch und Umwelt.

Sechs Hubtische – und kein durchgehender Kranweg

Die Aufgabe führte uns im Juni 2026 in eine neu umgerüstete Werkhalle. Dort sollten sechs Hubtische mit einem Gesamtgewicht von jeweils rund 3,5 Tonnen montiert werden. Die Baugruppen wurden zerlegt angeliefert und mussten durch die bereits fertige Hallenkonstruktion an ihren Montageort gebracht werden.

Zwischen dem Kran und den einzelnen Montagepunkten lagen Stahlstreben, Zwischenplateaus, Geländer und Lüftungsleitungen. Einen durchgehenden Kranweg gab es nicht. Jedes Bauteil musste seinen eigenen Weg durch die vorhandene Struktur nehmen, teilweise über mehrere Ebenen hinweg. Gleichzeitig lief die Produktion in der Halle weiter. Anlagen, Verkehrswege und Beschäftigte mussten bei jedem Arbeitsschritt berücksichtigt werden.

Für jeden Hub eine neue Konfiguration

Zum Einsatz kam unser vollelektrischer Minikran Jekko JF545.2 mit Raupenfahrwerk. Welche Konfiguration an welchem Montagepunkt funktionierte, musste unser Kranfahrer jeweils vor Ort beurteilen. Die Montage der Bauteile übernahm das Personal des Kunden.

Im Laufe des Auftrags wurde der gesamte verfügbare Anbauteilesatz genutzt: der Jib, also die zusätzliche Auslegerspitze, mit Schwerlasthaken, mit Winde oder ohne diese Anbauteile. An besonders engen Stellen wurde der Jib vollständig demontiert, um die Baulänge zu verkürzen und den Kran in Position bringen zu können.
Bei einem Hub nahm selbst die Hakenflasche zu viel Platz ein. Hier wurde stattdessen ein Lasthaken verwendet. Die erforderliche Tragfähigkeit blieb bei allen eingesetzten Varianten gewährleistet.

Kontrollierte Hübe unter wechselnden Bedingungen

Eine zusätzliche Herausforderung waren die Einzelgewichte der zerlegt angelieferten Baugruppen: Für diese lagen keine belastbaren Gewichtsangaben vor. Deshalb wurden die Lasten zunächst schrittweise angeliftet und die tatsächliche Belastung anhand der Anzeige des Lastmomentbegrenzers überprüft. Erst nachdem die gewählte Krankonfiguration bestätigt war, wurde der jeweilige Hub fortgesetzt.

Ließ sich ein geplanter Weg nicht umsetzen, wurde die Last wieder abgesetzt, der Kran umgerüstet und der Hub neu angesetzt. An einigen Stellen reichte auch das nicht aus. Dort mussten Geländer und Lüftungsrohre vorübergehend entfernt werden, um ausreichend Platz zu schaffen. Diesen Rückbau übernahm der Kunde. Nach Abschluss der Montage wurde alles wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.

Entscheidend waren dabei die Erfahrung unseres Kranfahrers und die enge Abstimmung mit dem Montagepersonal. Jeder Montagepunkt brachte andere Platzverhältnisse mit sich und erforderte eine passende Lösung.

Vollelektrisch neben laufender Produktion

Der elektrische Antrieb des Jekko war für diesen Einsatz ein wesentlicher Vorteil. In der geschlossenen Werkhalle konnte ohne Abgase vor Ort und mit geringer Lärmbelastung gearbeitet werden. Das erleichterte die Zusammenarbeit mit dem Montagepersonal und ermöglichte den Einsatz unmittelbar neben den laufenden Anlagen.

Nach drei Einsatztagen zwischen dem 3. und 9. Juni 2026 standen alle sechs Hubtische an ihrem Platz – ohne Schäden an der Halle und ohne Unterbrechung der Produktion.

Eine Auszeichnung für unser Team

Die Besonderheit dieses Projekts lag in den vielen Entscheidungen vor Ort: Welche Konfiguration passt durch die Hallenkonstruktion? Welches Anbauteil wird gebraucht? Wo muss zunächst Platz geschaffen werden, bevor sicher weitergearbeitet werden kann? Unser Kranfahrer und das Montagepersonal des Kunden haben diese Aufgaben gemeinsam gelöst.

Wir freuen uns über den ersten Platz und sind stolz auf die Leistung unseres Teams. Ein besonderer Dank gilt unserem Kranfahrer, dem Montagepersonal des Kunden und allen, die zum erfolgreichen Einsatz und zur Bewerbung beigetragen und damit diese Auszeichnung möglich gemacht haben.